EN DE
A choir stands in a semicircle in a dark room, wearing dark glasses
A choir, conductor, microphones, people raising hands in a studio
Three women eyes closed singing in harmony
Two opposing groups of people tussling and shouting but it looks fun, like a game
A large audience gathers around an enormous bright weather balloon in an underground space – a choir sings
Singers with coloured mirrors in Palais de Tokyo
Two choirs in a gallery, paintings of skulls, a man with a loudhailer
People performing as if they were punters at Art Basel in a contemporary music gig
A group of people, a choir, processing along the shore in Taranto, Italy, holding up coloured cards and carrying plants, part of a performabnce
A group of singers and musicians on a stage, a large screen shows foliage, there are ladders and wooden objects
A group of people dancing wildly and laughing in a performance space.
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Musarc bei der Aufführung von Jennifer Walshes The White Noisery, LCMF 2019. Foto: Yiannis Katsaris

Field Studies gründet in Wien einen neuen Chor: Chormethode. Die Gründung des Chors findet im Rahmen von The Social Score statt, einer dreitägigen Teaching Residency an der Akademie der Bildenden Künste Wien, Semperdepot, 27.–29. November 2026. Ab 7. Januar 2027 probt Chormethode jeden Donnerstag an einem zentralen und barrierefreien Ort in Wien.

Eine chorale Methodik

Chormethode entspringt der Praxis, dem Netzwerk und der Philosophie von Musarc, einem der führenden experimentellen Chöre Großbritanniens. Musarc wurde 2008 von Joseph Kohlmaier gegründet und bis 2025 von ihm als künstlerischer Leiter begleitet. Musarc schafft einen offenen und dynamischen Raum, in dem Menschen mit neuen Ideen experimentieren und die Grenzen der Chorpraxis neu bestimmen. In fast zwei Jahrzehnten hat Musarc mit mehr als 140 aufstrebenden und etablierten Künstler*innen und Komponist*innen zusammengearbeitet. Der Chor hat bei ihnen Werke in Auftrag gegeben und gemeinsam mit führenden Kulturinstitutionen in Großbritannien und Europa Projekte realisiert, die die Landschaft der zeitgenössischen Musik und Performance nachhaltig beeinflussten, und in der Arbeit und den Netzwerken teilnehmender Künstler*innen und Sänger*innen neue Impulse setzen konnten. Mit Chormethode entwickelt sich diese Praxis in einem neuen kulturellen Zusammenhang weiter.

Wie Musarc ist Chormethode kein Chor im üblichen Sinn. Chormethode versteht den Chor als komplexe soziale Formation, in der kollektive Ideen musikalische, verkörperte und choreografische Gestalt annehmen. Field Studies wurde von Musarc ursprünglich as Sommerschule konzipiert, und der pädagogische Ansatz des Projekt ist aus Arbeit mit dem Chor erwachsen: in den Proben, durch den Akt Wiederholung in der Praxis sowie aus den Strukturen, Herausforderungen und Möglichkeiten gemeinsamen Handelns. Das Chorische bleibt die zentrale Methodik von Field Studies. In Chormethode wird diese Methodik am unmittelbarsten praktiziert, und die anderen Lehrprogramme und Residenzen von Field Studies bauen sich auf dieser Methode auf. Der Chor ist ein Erprobungsfeld, in dem verschiedene Disziplinen auf die singulär-pluralen Praktiken und Geschichten der Mitglieder treffen, die den Chor bilden.

Wie der Chor arbeitet

Chormethode vergibt Aufträge für neue Werke an Künstler*innen und Komponist*innen, entwickelt Stücke gemeinsam aus dem Chor heraus und kehrt zu kanonischen Werken zurück, um sie neu zu interpretieren. Die Herangehensweise an die Proben ist vielseitig und interdisziplinär. Die Mitglieder arbeiten eng mit Künstler*innen sowie mit Praktiker*innen aus Gesang, Tanz und anderen Disziplinen zusammen und gestalten den Prozess aktiv mit. Die wöchentliche Praxis des Chors ist Teil des größeren Netzwerks von Field Studies und mündet in Projekte, öffentliche Aufführungen, Aufnahmen und Publikationen, in Zusammenarbeit mit Kunstinstitutionen, Musiker:innen und Partnerensembles, in Galerien und auf Festivals.

We’ve Got to Talk About Love

Chormethode ist ein Ort kollektiver Forschung, Produktion und Arbeit. Der Chor ist ambitioniert und nähert sich Ideen sorgfältig und auf kreative Weise. Der Arbeit des Chors liegt aber die Frage zu Grunde, wie man Differenz hält, gemeinsam und einander zugewandt einen polyphonen Raum für Begegnung, Freundschaft und gemeinsames Lernen schafft.

We’ve Got to Talk About Love ist eine Reihe von Begegnungen in Wien, die jeden Montag und Donnerstag ab 18:00 Uhr im Café am Heumarkt stattfinden, vom 2. November bis 7. Dezember 2026. Menschen, die sich für die Philosophie und die offene Pädagogik von Field Studies, für seine Lehrprogramme und den Chor interessieren, können Künstler:innen und Freund:innen treffen, die mit dem Gründungsdirektor von Chormethode, Joseph Kohlmaier, über Liebe und gebrochene Herzen ins Gespräch kommen.

Diversity

Gemeinsame Fragestellungen bedürfen nicht gemeinsamer Positionen. Unterschiedliche Erfahrungen, Wissensformen und Weisen des Wahrnehmens, Denkens und Teilnehmens können in Beziehung bleiben, ohne sie zu vereinheitlichen. Figures of Eight reduziert Unterschiede nicht auf feste Typen, sondern versteht Neurodiversität als die grundlegende Ausgangslage gemeinschaftlicher Formen.

Proben

Chormethode probt jeden Donnerstag von 18:30 bis 21:00 Uhr an einem zentral gelegenen, barrierefreien Ort in Wien. Die Saison dauert von Mitte September bis Ende Juni, mit Pausen über Weihnachten und Ostern sowie zwischen großen Projekten und Aufführungen.

Chormethode beitreten

Chormethode veranstaltet kein Vorsingen. Der Chor steht allen offen. Neue Bewerbungen sind zu Beginn eines neuen akademischen Jahres und zwischen großen Projekten und Aufführungen möglich. Die Aufnahme in den Chor beruht auf einem informellen, persönlichen Austausch. Um sich zu bewerben, schreiben Sie uns an join@field-studies.org und fügen Sie eine kurze Biografie sowie einige Anmerkungen dazu bei, was Sie motiviert, dem Chor beizutreten.